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Station 01 · Selbst kassieren — oder nicht/Phase 3

Wenn jemand anderes verkauft

Der vierte Weg im Einzelnen: ein Anbieter tritt gegenüber Ihrem Kunden als Verkäufer auf. Das löst mehr Probleme, als es technisch aussieht — und schafft ein neues.

Bei diesem Modell verkauft nicht Ihr Haus an den Kunden, sondern ein Anbieter, der Ihr Produkt weiterverkauft. Auf der Rechnung des Kunden steht sein Name, nicht Ihrer. Sie bekommen eine Abrechnung über Ihren Anteil — wie ein Lieferant.

Das nimmt Ihnen abDas kostet es
Umsatzsteuer in allen Ländern — der Anbieter schuldet sie, meldet sie und führt sie abEin deutlich höherer Satz, häufig das Zwei- bis Dreifache eines reinen Zahldienstleisters
Rechnungen in der jeweils richtigen Form, in der Sprache und Währung des KundenDie Kundenbeziehung gehört nicht ganz Ihnen — Rückfragen, Erstattungen und Kündigungen laufen über den Anbieter
Rückbuchungen und Betrugsprüfung — nicht Ihr RisikoDer Ausstieg ist aufwendig. Jeder bestehende Kunde muss neu zustimmen, wenn Sie den Verkäufer wechseln
Die Zahlarten des jeweiligen Landes, ohne dass Sie sie einzeln einrichtenIhre Daten liegen dort. Wer wie viel wann gekauft hat, wissen Sie nur so gut, wie der Anbieter es herausgibt
Benannt, wie im Kurs üblich, mit Alternative: In dieser Rolle sind Paddle und Lemon Squeezy die verbreiteten Anbieter. Die Wahl zwischen ihnen ist selten der schwierige Teil — die Entscheidung für dieses Modell ist es.
Die Frage, die vor der Entscheidung steht: Wie viel Umsatz mit Privatpersonen im Ausland erwarten Sie realistisch in den nächsten zwei Jahren? Bei kleinen Beträgen ist der Aufpreis günstiger als die steuerliche Betreuung. Ab einer gewissen Größe kehrt sich das um — und der Wechsel ist dann teuer. Rechnen Sie beide Fälle einmal durch, bevor Sie sich binden.
WarumWarum dieses Modell im Mittelstand selten passt

Der Verkäufer im eigenen Namen ist für Softwareprodukte gebaut, die weltweit an Einzelpersonen verkauft werden — kleine Beträge, viele Länder, keine Vertragsverhandlung. Im deutschen Mittelstand sieht der Normalfall anders aus: wenige, größere Kunden, überwiegend Unternehmen, überwiegend im Inland, oft mit Vertrag und Rechnung.

In dieser Lage nimmt das Modell Probleme ab, die man gar nicht hat, und schafft eines, das man dann hat: Die Rechnung an den eigenen Geschäftskunden kommt von einer fremden Firma. Das ist im Beschaffungsprozess vieler Unternehmen ein echtes Hindernis — die Rechnung passt nicht zum Lieferanten im System.

Die Faustregel: Bei Verkauf an Unternehmen im Inland ist dieses Modell fast nie richtig. Bei Verkauf an Privatpersonen in vielen Ländern ist es fast immer der billigste Weg. Dazwischen rechnet man.

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