Wenn jemand anderes verkauft
Der vierte Weg im Einzelnen: ein Anbieter tritt gegenüber Ihrem Kunden als Verkäufer auf. Das löst mehr Probleme, als es technisch aussieht — und schafft ein neues.
Bei diesem Modell verkauft nicht Ihr Haus an den Kunden, sondern ein Anbieter, der Ihr Produkt weiterverkauft. Auf der Rechnung des Kunden steht sein Name, nicht Ihrer. Sie bekommen eine Abrechnung über Ihren Anteil — wie ein Lieferant.
| Das nimmt Ihnen ab | Das kostet es |
|---|---|
| Umsatzsteuer in allen Ländern — der Anbieter schuldet sie, meldet sie und führt sie ab | Ein deutlich höherer Satz, häufig das Zwei- bis Dreifache eines reinen Zahldienstleisters |
| Rechnungen in der jeweils richtigen Form, in der Sprache und Währung des Kunden | Die Kundenbeziehung gehört nicht ganz Ihnen — Rückfragen, Erstattungen und Kündigungen laufen über den Anbieter |
| Rückbuchungen und Betrugsprüfung — nicht Ihr Risiko | Der Ausstieg ist aufwendig. Jeder bestehende Kunde muss neu zustimmen, wenn Sie den Verkäufer wechseln |
| Die Zahlarten des jeweiligen Landes, ohne dass Sie sie einzeln einrichten | Ihre Daten liegen dort. Wer wie viel wann gekauft hat, wissen Sie nur so gut, wie der Anbieter es herausgibt |
WarumWarum dieses Modell im Mittelstand selten passt
Der Verkäufer im eigenen Namen ist für Softwareprodukte gebaut, die weltweit an Einzelpersonen verkauft werden — kleine Beträge, viele Länder, keine Vertragsverhandlung. Im deutschen Mittelstand sieht der Normalfall anders aus: wenige, größere Kunden, überwiegend Unternehmen, überwiegend im Inland, oft mit Vertrag und Rechnung.
In dieser Lage nimmt das Modell Probleme ab, die man gar nicht hat, und schafft eines, das man dann hat: Die Rechnung an den eigenen Geschäftskunden kommt von einer fremden Firma. Das ist im Beschaffungsprozess vieler Unternehmen ein echtes Hindernis — die Rechnung passt nicht zum Lieferanten im System.
Die Faustregel: Bei Verkauf an Unternehmen im Inland ist dieses Modell fast nie richtig. Bei Verkauf an Privatpersonen in vielen Ländern ist es fast immer der billigste Weg. Dazwischen rechnet man.