Erreichbar ist nicht öffentlich
Dieselbe Anwendung, zwei Zustände. Der Unterschied ist keine Technik, sondern ein Adressatenkreis.
Am Ende von Kurs 1 steht eine Anwendung mit einer Adresse. Sie antwortet, sie hat ein Zertifikat, sie speichert Daten, die einen Neustart überleben. Das ist ein Zustand, den man vorführen kann — und der genau so lange trägt, wie die Menschen, die den Link bekommen, Sie kennen.
Warum das keine graduelle Sache ist
Eine halb abgesicherte Anwendung ist nicht halb so gut wie eine ganz abgesicherte. Die vier Dinge auf der rechten Seite hängen nicht am Umfang der Anwendung, sondern daran, wer den Link bekommt. Ein Kollege, der einen Fehler findet, schreibt Ihnen. Ein Kunde, der einen Fehler findet, hat ein Problem — und je nachdem, welcher Fehler es war, haben Sie eines.
| Wer den Link bekommt | Was er voraussetzt | Was er verzeiht |
|---|---|---|
| Sie selbst | nichts — Sie wissen alles | alles |
| Kollegen im Projekt | dass es noch im Bau ist | fast alles |
| Kollegen im Haus | dass es grundsätzlich funktioniert | Anzeigefehler, kurze Ausfälle |
| Kunden, Bewerber, Mitglieder | dass es fertig ist | nichts, was ihre Arbeit kostet |
WarumWarum diese Schwelle in der Praxis übersprungen wird
Weil sie nicht sichtbar ist. Zwischen „ich zeige es einem Kollegen“ und „ich schreibe die Adresse in ein Angebot“ liegt kein technischer Schritt, kein Knopf, keine Meldung. Es ist derselbe Link — man gibt ihn nur an jemand anderen weiter.
Alle anderen Schwellen in Kurs 1 melden sich von selbst: Der Container startet nicht, das Zertifikat fehlt, die Datenbank ist leer. Diese hier meldet sich nie. Sie fällt erst auf, wenn ein Anwender etwas tut, womit niemand gerechnet hat — und dann ist es kein Hinweis mehr, sondern ein Vorfall.
Deshalb ist der Kurs entlang eines Zeitpunkts gebaut und nicht entlang einer Themenliste: Der Tag, an dem der erste Fremde den Link bekommt.