Was ein Lauf kostet
Agenten kosten nicht viel — aber sie kosten pro Runde, und die Runden wachsen. Wer die Rechenweise kennt, wird nie überrascht.
Die Rechnung in drei Schritten
Token zählen statt Zeichen
Abgerechnet wird in Token — Textstückchen. Als Faustzahl für deutschen Text: 1.000 Zeichen sind grob 300 bis 400 Token. Eine DIN-A4-Seite liegt also bei etwa 700 bis 1.000 Token.
Hinein und heraus getrennt zählen
Was Sie schicken, ist billiger als das, was zurückkommt. Beides wird je Million Token abgerechnet:
| Modell | Kennung | hinein je Mio. | heraus je Mio. | wofür |
|---|---|---|---|---|
| Opus 5 | claude-opus-5 | 5 $ | 25 $ | schwierige Fälle, lange Ketten |
| Sonnet 5 | claude-sonnet-5 | 2 $ | 10 $ | der Normalfall für Arbeit dieser Art |
| Haiku 4.5 | claude-haiku-4-5 | 1 $ | 5 $ | einfache Teilarbeit, Vorsortieren |
Über alle Runden aufsummieren
Der entscheidende Punkt: In jeder Runde wird alles Bisherige noch einmal mitgeschickt — Auftrag, alle Werkzeugbeschreibungen, jedes bisherige Ergebnis. Zwanzig Runden bedeuten also nicht die zwanzigfachen Kosten der ersten Runde, sondern mehr.
| Der Beispiellauf | Menge | Kosten |
|---|---|---|
| Eingabe über alle 23 Runden zusammen | ~80.000 Token | 0,16 $ |
| Ausgabe über alle Runden zusammen | ~4.000 Token | 0,04 $ |
| Ein Lauf, sieben Belege | ≈ 0,20 $ | |
| Hochgerechnet: 30 Belege am Tag, 20 Arbeitstage | ≈ 17 $ im Monat |
Die drei Hebel, in dieser Reihenfolge
| Hebel | Was zu tun ist | Was es bringt |
|---|---|---|
| Zwischenspeicher | Den festen Teil — Auftrag und Werkzeugbeschreibungen — als zwischenspeicherbar markieren. Er wird dann nicht in jeder Runde neu bezahlt. | am meisten, ohne Qualitätsverlust |
| Weniger Runden | Engerer Auftrag, bessere Werkzeugbeschreibungen, knappere Rückgaben. Ein Werkzeug, das eine ganze Datei zurückgibt, kostet in jeder folgenden Runde erneut. | spürbar, verbessert meist auch die Qualität |
| Kleineres Modell | Für Teilarbeit, die keine Abwägung braucht — vorsortieren, formatieren, zusammenfassen. | zuletzt: spart Geld, kostet manchmal Verlässlichkeit |
WarumWie der Zwischenspeicher wirkt — und wodurch man ihn zerstört
Der feste Teil jeder Anfrage — Auftrag und Werkzeugbeschreibungen — ist in jeder Runde byte-genau derselbe. Der Anbieter kann ihn deshalb zwischenspeichern und beim nächsten Aufruf sehr viel billiger abrechnen. Bei einem Lauf über zwanzig Runden ist das der größte einzelne Hebel, und er kostet nichts an Qualität.
Die Bedingung ist der Haken: Der Anfang der Anfrage muss unverändert sein. Und zwar wirklich unverändert — ein einziges Zeichen genügt, um den Zwischenspeicher ab dieser Stelle wertlos zu machen.
Die drei häufigsten Selbstzerstörungen:
- Ein Datum im Auftrag. „Heute ist der 13.08.2026, 09:00:04“ — jede Runde neu, also jede Runde ein neuer Anfang. Zeitangaben gehören in ein Werkzeug, nicht in den Auftrag.
- Wechselnde Reihenfolge der Werkzeuge. Wer die Liste aus einem Verzeichnis zusammensetzt, bekommt sie mal so, mal anders sortiert. Feste Reihenfolge.
- Ein Name oder eine Vorgangsnummer im Auftrag. Gehört in die erste Nachricht, nicht in den festen Teil.
Nachsehen kann man es: Die Antwort des Anbieters weist aus, wie viele Token aus dem Zwischenspeicher gelesen wurden. Steht dort über mehrere Runden hinweg null, ist einer dieser drei Fehler im Spiel.
TiefeDie Modellwahl als Messfrage, nicht als Glaubensfrage
Die Versuchung ist groß, sofort das kleinste Modell zu nehmen. Die Rechnung geht selten auf, weil sie an der falschen Stelle zählt.
Ein kleineres Modell braucht bei Ermessensarbeit oft mehr Runden — es probiert, korrigiert, sieht noch einmal nach. Da jede Runde den gesamten Verlauf erneut überträgt, kann ein Lauf mit dem billigeren Modell am Ende teurer sein als einer mit dem teureren. Und selbst wenn er billiger ist: Ein Fall, der falsch abgelegt wird und drei Monate später auffällt, kostet mehr als jede Ersparnis an der Schnittstelle.
Das Vorgehen, das trägt: Den Prüfstand aus Station 06 mit beiden Modellen fahren und vier Zahlen vergleichen — richtig abgelegt, richtig vorgelegt, falsch abgelegt, Kosten je Fall. Danach ist es keine Meinung mehr. Zwanzig Fälle genügen, der Vergleich kostet ein paar Cent.