Station 00/Sechs Ernstfälle — und was jeder kostet·Vorschau
Station 00 · „Läuft“ ist kein Zustand/Phase 4

Sechs Ernstfälle — und was jeder kostet

Betrieb heißt nicht, Ausfälle zu verhindern. Es heißt, für jeden Fall eine Antwort zu haben, die nicht erst gesucht werden muss.

„Es darf nichts passieren“ ist keine Betriebsführung, sondern ein Wunsch. Etwas passiert; die Frage ist nur, ob die Antwort schon existiert. Sechs Fälle decken praktisch alles ab, was in einem kleinen Betrieb wirklich vorkommt.

Sechs FälleNach Häufigkeit, Schaden und dem, was dagegen hilft
SECHS ERNSTFÄLLE — UND WAS SIE KOSTENWAS GESCHIEHTWIE OFTWAS ES KOSTETWAS HILFTSTATIONEtwas stehtoftkleinZurückrollen, Neustart05 · 08Daten sind wegseltengroßSicherung zurückspielen01 · 02Der Server ist wegsehr seltenexistenziellNeuaufbau plus Umschlag02 · 03Der Schlüssel ist wegseltenexistenziellnichts — dann ist es zu spät03Jemand kommt hineinseltengroßAktualisieren, Zugänge prüfen04 · 06Der Kümmerer ist wegsichergroßBetriebsbuch, Vertretung09Die unterste Zeile ist die einzige, die sicher eintritt.Urlaub, Krankheit, Kündigung — der Kümmerer fällt aus, und zwar planbar. Alle anderen fünf Zeilen sind Wahrscheinlichkeiten.

Die drei Fälle, die falsch eingeschätzt werden

Erst grob, dann genau.Drei der sechs Fälle werden regelmäßig falsch eingeschätzt. Klicken Sie sie an.
Etwas steht1 von 3

Ein Deployment scheitert, ein Container startet nicht, ein Port stimmt nicht. Das passiert regelmäßig und ist in Minuten behoben — wenn jemand es merkt und einen Ablaufplan hat.

Der Grund, warum dieser Fall harmlos ist, steht in Kurs 1 und gilt hier unverändert: Ein fehlgeschlagenes Veröffentlichen ändert nichts an dem, was läuft. Die alte Fassung bleibt in Betrieb. Sie haben Zeit.

Das Gegenmittel ist Station 05 (merken) und Station 08 (Ablaufplan) — nicht Sicherung, nicht Wiederherstellung.
Der Schlüssel ist weg2 von 3

Coolify verschlüsselt alles Vertrauliche — Zugänge, Passwörter, Umgebungsvariablen, Deploy-Token — mit einem einzigen Schlüssel. Wer die Datenbank sichert, diesen Schlüssel aber nicht, hat eine Sicherung, die sich nicht mehr öffnen lässt: die Daten sind da und unlesbar.

Das ist der einzige der sechs Fälle, bei dem es kein Gegenmittel im Nachhinein gibt. Alle anderen lassen sich mit Zeit und Geld beheben. Dieser nicht.

Deshalb ist Station 03 keine Randnotiz, sondern steht im ersten Teil — und deshalb steht der Notfallumschlag auf Stufe 1, obwohl er nach Fortgeschrittenenstoff klingt.
Der Kümmerer ist weg3 von 3

Urlaub, Krankheit, Kündigung, Wechsel der Zuständigkeit. Anders als die anderen fünf ist dies keine Wahrscheinlichkeit, sondern eine Gewissheit — nur das Datum ist offen.

Trotzdem ist es der Fall, für den am seltensten vorgesorgt wird, weil er sich nicht wie ein technisches Risiko anfühlt. Er ist aber genau das: Ein Betrieb, dessen Wissen in einem Kopf liegt, hat eine Verfügbarkeit von einem Menschen.

Das Gegenmittel ist kein Werkzeug, sondern ein Dokument und eine Übung: Station 09 und die Probe darin.
WarumWarum „wir haben eine Firewall“ hier keine Antwort ist

Die Sicherheits-Grundausstattung — SSH nur mit Schlüssel, kein Passwort-Login, ufw mit drei offenen Ports, fail2ban, selbständige Sicherheitsupdates — steht im Bootstrap und ist damit erledigt, bevor jemand darüber nachdenkt. Sie ist die Antwort auf einen der sechs Fälle, nämlich „jemand kommt hinein“.

Für die anderen fünf leistet sie nichts. Eine Firewall verhindert keinen gelöschten Datensatz, keinen ausgefallenen Server, keinen verlorenen Schlüssel und keinen Urlaub. Das ist der Grund, warum dieser Kurs nicht bei „ist es sicher?“ ansetzt: Die Frage ist bereits beantwortet und beantwortet zu wenig.

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