Die Frage, auf die niemand eine Antwort hat
Nicht „ist es sicher?“ — darauf antwortet jeder mit Ja. Sondern: Was geschieht, wenn Sie zwei Wochen weg sind und etwas steht?
Es gibt eine Frage, die in Betriebsprüfungen, Versicherungsgesprächen und Übergaben immer wieder gestellt wird, und die im Mittelstand fast nie beantwortet werden kann. Sie lautet nicht „ist Ihre Anwendung sicher?“ — die Frage ist zu unbestimmt, und jeder antwortet mit Ja, weil er es glaubt. Sie lautet:
„Was passiert, wenn Sie im Urlaub sind und etwas steht?“
Der Unterschied ist, dass diese Frage nachprüfbar ist. Sie hat vier Bestandteile, und für jeden gibt es eine Antwort, die entweder existiert oder nicht.
Warum drei von vier nicht genügen
Die vier Teile sind keine Punkteliste, bei der man ein gutes Ergebnis erreichen kann. Sie sind eine Kette: Wer gesichert hat, aber den Schlüssel nicht außer Haus, kommt im Ernstfall an die Sicherung nicht heran. Wer alles gesichert hat, aber niemanden benannt, hat einen Bestand, der wartet, bis jemand aus dem Urlaub zurückkommt.
- Bevor Sie weiterlesen — drei ehrliche Antworten
WarumWarum diese Frage im Verkaufsgespräch anders wirkt als „ist es sicher?“
„Ist Ihre IT sicher?“ ist eine Zustandsfrage. Sie lädt zu einer Selbsteinschätzung ein, und die fällt fast immer positiv aus — nicht aus Leichtsinn, sondern weil der Gefragte an das denkt, was er getan hat: Passwörter, Firewall, Updates. Alles davon stimmt, und alles davon beantwortet die Frage nicht.
Die Urlaubsfrage ist eine Situationsfrage. Sie zwingt dazu, einen konkreten Ablauf durchzuspielen, und dabei fällt die Lücke von selbst auf — meistens beim zweiten oder dritten Schritt: „Dann würde Frau K. anrufen … und dann?“
Das ist kein rhetorischer Kniff, sondern der Unterschied zwischen einer Meinung und einem Test. Genau deshalb ist dieser Kurs entlang der Frage gebaut und nicht entlang einer Themenliste.