Station 00 · Wo KI wirklich hilft/Phase 3
Die Gegenprobe: Was kein Modell braucht
Die häufigste Fehlinvestition ist nicht die falsche Bauform, sondern ein Modell an einer Stelle, an der eine Bedingung genügt hätte.
Ein Sprachmodell ist ein teures, langsames und gelegentlich unzuverlässiges Werkzeug für Aufgaben, die man sonst gar nicht lösen könnte. Für Aufgaben, die man auch anders lösen kann, ist es alle drei Dinge ohne den Ausgleich.
Die vierte Frage wird am häufigsten übergangen. Wo dasselbe Material immer dasselbe Ergebnis haben muss — Fristen, Skonto, Lohn, Genehmigungsgrenzen —, ist „meistens richtig“ die falsche Bauart. Ein Modell darf dort höchstens zuarbeiten: einen Betrag aus einem Beleg herausziehen, den anschließend eine Regel prüft.
Das ist übrigens genau der Bauplan der Beispielanwendung: Das Modell ordnet ein, die Regel entscheidet, ob der Vorschlag durchgeht.
Drei Vorhaben aus dem Alltag, richtig zugeordnet
| Vorhaben | Richtige Antwort | Warum |
|---|---|---|
| „Rechnungen automatisch freigeben bis 500 €“ | Eine Bedingung | Der Betrag steht im Beleg. Eine Zahl mit einer Zahl zu vergleichen ist keine Sprachaufgabe. |
| „Aus dem Lieferschein die Positionen übernehmen“ | Modell — Muster „Herausziehen“ | Jeder Lieferant baut sein PDF anders. Genau daran scheitert jede Regel und jede Vorlage. |
| „Kunden nach Umsatz in A, B, C einteilen“ | Eine Abfrage | Die Antwort steht in der Datenbank. Ein Modell würde sie erraten statt nachsehen. |
Wenn Sie an dieser Stelle merken, dass Ihr Vorhaben keine KI braucht: Das ist ein Ergebnis. Es ist billiger, schneller und dauerhaft wartbarer — und Sie haben es begründet statt geraten.
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