Station 00/Die Kandidatenprüfung in fünf Minuten·Vorschau
Station 00 · Wo KI wirklich hilft/Phase 4

Die Kandidatenprüfung in fünf Minuten

Fünf Fragen an ein konkretes Vorhaben. Jede darf es beenden — und das ist billiger als der Rückbau nach dem ersten Quartal.

Nehmen Sie ein konkretes Vorhaben, nicht „KI im Kundenservice“. Etwas, das heute jemand von Hand tut, an einer benennbaren Stelle, mit einer Menge, die Sie schätzen können.

Fünf FragenEine Frage genügt zum Abbruch — das ist der Sinn der Liste
FÜNF FRAGEN — DIE KANDIDATENPRÜFUNG1MengePassiert es oft genug?Unter 20 Vorgängen am Tag rechnet sich kein Einbau —dann reicht das Chatfenster.2FehlerfolgeWas passiert bei einer falschen Antwort?Wenn das Ergebnis ohne Prüfung wirkt und ein Fehlerteuer ist: Vorschlag statt Vollzug.3PrüfbarkeitKann jemand die Antwort in Sekunden prüfen?Was man nicht schnell prüfen kann, kann man auch nichtverantworten.4DatenartWelche Daten müssten mitgehen?Die Antwort entscheidet über die Bauform — Station 01 —und über die halbe zweite Kurshälfte.5AbschaltbarkeitLäuft der Betrieb weiter, wenn es ausfällt?Eine Funktion ohne Weg zurück ist keine Funktion,sondern eine Abhängigkeit.Eine Frage genügt zum Abbruch.Das ist der Sinn der Liste — sie ist billiger als der Rückbau.
Die fünf Fragen zum Mitnehmen in eine Besprechung

1 · Menge. Wie oft am Tag passiert das? Unter etwa zwanzig Vorgängen rechnet sich der Einbau nicht — dann ist ein Chatfenster für die zuständige Person die ehrlichere Antwort.

2 · Fehlerfolge. Was passiert, wenn die Antwort falsch ist und niemand es merkt? Wenn die Antwort „Geld“, „Frist“ oder „Kunde“ lautet, brauchen Sie Bestätigung durch einen Menschen — rechnen Sie diese Zeit von Anfang an ein.

3 · Prüfbarkeit. Kann jemand die Antwort in unter zehn Sekunden prüfen? Was man nicht schnell prüfen kann, kann man auch nicht verantworten — und in der Praxis prüft es dann niemand.

4 · Datenart. Welche Daten müssten mitgehen? Das ist die Frage, die Station 01 beantwortet und über die halbe zweite Kurshälfte entscheidet.

5 · Abschaltbarkeit. Läuft der Betrieb weiter, wenn die Funktion morgen ausfällt? Wenn nein, haben Sie keine Hilfe gebaut, sondern eine Abhängigkeit — von einem Anbieter, dessen Preise und Modelle Sie nicht bestimmen.

Frage 3 ist die unbequemste. Sie klingt technisch und ist eine Organisationsfrage: Wer prüft, wann, und woran erkennt derjenige, dass etwas nicht stimmt? Wer darauf keine Antwort hat, baut eine Funktion, deren Ergebnisse niemand ansieht — und die deshalb genauso gut abgeschaltet sein könnte.
Kurz nachgedachtErst überlegen, dann aufklappen — es zählt niemand mit.
1Ein Kollege schlägt vor: „Die KI soll unsere Eingangsrechnungen automatisch buchen.“ Welche zwei Fragen stellen Sie zuerst?
Was genau soll das Modell tun — herausziehen oder entscheiden? Die Kontierung ist eine Entscheidung mit Folgen; das Herausziehen von Betrag, Datum und Lieferant aus dem PDF ist eine Sprachaufgabe. Und: Was passiert bei einer Fehlbuchung, und wer merkt sie wann? Wenn die Antwort „der Steuerberater im Februar“ lautet, ist es ein Vorschlag mit Bestätigung, keine Automatik.
2Warum ist „die Antworten sind erstaunlich gut“ kein Argument für den Einbau?
Weil es die falsche Messgröße ist. Gemessen wird die Zahl, die es vorher schon gab — Durchlaufzeit, Erfassungszeit, Rückfragen. „Erstaunlich gut“ misst den Eindruck einer Person bei einer Handvoll Beispiele; das trägt keine Entscheidung über eine Funktion, die tausendfach läuft.
3Sie beantworten Frage 1 mit „etwa fünf Vorgänge am Tag“. Was folgt daraus?
Kein Einbau. Fünf Vorgänge sind zehn Minuten Handarbeit; der Einbau kostet Tage und dann dauerhaft Betrieb, Vertrag, Protokoll und Nachweis. Die richtige Antwort ist ein gut eingerichtetes Werkzeug am Arbeitsplatz der zuständigen Person — das ist Kurs 2, nicht dieser.
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